E-Mobilität im Alltag eines Beraters mit dem Jaguar I-PACE

Bereits in unserem ersten Blogbeitrag zur Reihe E-Mobilität bei Teamfact hatten wir erwähnt, dass wir neben den detaillierten Erfahrungsberichten unserer Mitarbeiter so viele Daten wie möglich zum Jaguar erfassen wollen. Wir haben in einer einmaligen Langzeitstudie - über acht Monate hinweg - die Ladepreise aufgezeichnet, den Verbrauch und die Strecken erfasst, um so ein fundiertes Bild zum I-PACE und der deutschen Ladeinfrastruktur zu erhalten. Unsere Ergebnisse möchten wir gern teilen.

Infrastruktur und Kosten

Als Verantwortlicher für die Finanzen bei Teamfact habe ich mich insbesondere auch für die Wirtschaftlichkeit des Elektroantriebs interessiert. Mit Plugsurfing und New Motion haben wir bei Teamfact Verträge mit zwei Anbietern zur Freischaltung und Abrechnung von öffentlichen Ladevorgängen. Zur Kostenseitigen Betrachtung muss man wissen, dass Ladevorgänge entweder pauschal, wie z. Bsp. bei E.ON, nach Kilowattstunden oder nach Zeit abgerechnet werden können. Ich habe bis heute allerdings kein System erkennen können! Ich vermute aber, dass es einerseits von den direkten Verträgen zwischen den Betreibern der Ladesäulen und den Anbietern der RFID-Karten, also den Abrechnungspartnern, und andererseits von den Standorten der Ladesäulen abhängt. So ist z. Bsp. auffällig, dass insbesondere in Innenstädten nach Zeit abgerechnet wird. An Raststätten und Rasthöfen wird hingegen überwiegend pro geladene Kilowattstunde abgerechnet. Pauschale Abrechnungen sind selten und besonders dann attraktiv, wenn die Batterie fast leer ist und vollgeladen werden soll.

Bei IONITY, die überwiegend in der Nähe von Autobahnen zu finden sind, wurden über das Plugsurfing-System bis Ende des 2019, Ladevorgänge pauschal abgerechnet. Somit konnten wir teilweise sogar für 16 Cent (im Schnitt 20 Cent) pro Kilowattstunde laden. Der günstigste Ladevorgang erfolgte an einem Allego-Schnellader und wurde zu einem Preis von 9 Cent pro Kilowattstunde abgerechnet. Die teuerste Kilowattstunde kostete 85 Cent: ein Wucher! Wird nach Zeit abgerechnet und man vergisst, das Auto am Ende des Ladevorgangs wegzufahren, kann es schnell teuer werden. Besonders häufig habe ich in Hersbruck, also in meinem Wohnort, geladen. In Hersbruck gibt es mehrere Ladesäulen, die alle werden vom gleichen Anbieter betrieben. Um herauszufinden, ob es Unterschiede zwischen den beiden Abrechnungspartnern gibt, habe ich einmal statt Plugsurfing die RFID-Karte von New Motion genutzt. Einige Tage später war der Ladevorgang dann auch in der App verfügbar. Mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass der Ladevorgang zu doppelt so hohen Kosten (pro Minute) abgerechnet wurde.

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Derartige Versuche haben ich an anderen Säulen wiederholt. Immer wieder konnte ich feststellen, dass die Unterschiede teilweise riesig sind. Doch, wie geht man als Kunde, also als Besitzer eines Elektrofahrzeugs, damit um? An kaum einer Säule ist ersichtlich, wie abgerechnet wird bzw. wie hoch die zu erwarteten Kosten sind. Beide Anbieter zeigen die fälligen Kosten der Ladevorgänge in Ihrer App an, allerdings mit zeitlicher Verzögerung. Teilweise sind die Kosten bereits nach wenigen Minuten sichtbar, teilweise aber auch erst nach Tagen. Es gab sogar Fälle, wo ein Ladevorgang erst nach Monaten auf der Rechnung erschien und nie zuvor in der App zu sehen war. Zudem gibt es regelmäßig Tarifänderungen und Preisanpassungen. Es ist wirklich undurchsichtig!

Erkenntnis

Günstiges Laden ist nur dann möglich, wenn man sich genau mit den Anbietern, den Abrechnungssystemen und Tarifen auseinandersetzt und hierzu am Ball bleibt.

Am Ende bin ich nicht überrascht, dass ich im Vergleich zu den Kollegen mit 53kWh den höchsten Energieverbrauch pro 100km erreicht habe. Dafür lag die durchschnittliche Geschwindigkeit aber auch 22km/h höher als bei den Kollegen.

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Fazit

Andreas
Kühlewind Geschäftsführer

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