Das stetige Wachstum moderner IT-Architekturen führt zwangsläufig zu einem kritischen Punkt, an dem Wissen über APIs und Datenflüsse in Silos verloren geht. Wenn die manuelle Dokumentation nicht mehr mit dem Innovationstempo mithalten kann, wird die Integration neuer Tools zum Risiko. Open Resource Discovery (ORD) löst dieses Dilemma durch die Einführung einer universellen Selbstbeschreibung für Anwendungen: Anstatt Informationen mühsam zusammenzusuchen, befähigt ORD Anwendungen dazu, ihre eigenen Schnittstellen und Datenstrukturen standardisiert offenzulegen.
Open Resource Discovery (ORD) ist ein offener Standard, der ursprünglich von SAP entwickelt wurde und als „universelle Sprache“ für Anwendungen dient, damit diese sich selbst beschreiben können. Das Ziel von ORD ist es, das Problem von uneinheitlichen und verstreuten Metadaten zu lösen, das oft über verschiedene Systeme und Protokolle hinweg herrscht.
Das Besondere an ORD ist seine Vielseitigkeit: Es kann einerseits genutzt werden, um statische Dokumentationen (wie zum Beispiel für API-Kataloge) zu beschreiben. Andererseits kann es aber auch die ganz individuellen Konfigurationen und Erweiterungen widerspiegeln, die in einer spezifischen Systemumgebung zur Laufzeit aktiv sind. So wissen Entwickler und Maschinen immer ganz genau, wie sie ein System aktuell nutzen können.
In komplexen IT-Landschaften erfolgt die Integration von Metadaten oft über mühsame Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, was zu einem unübersichtlichen Netz führt. ORD löst dieses Problem durch:
ORD ist extrem flexibel und deckt zwei wichtige Bereiche ab:
Damit das Ganze reibungslos funktioniert, gibt es in der ORD-Welt drei Hauptrollen:
Ein Highlight in ORD ist die Integration von Data Products. Inspiriert vom Data Mesh-Prinzip, werden Daten hier als kuratierte Produkte mit klaren Verantwortlichkeiten betrachtet. Ein Data Product hat in ORD klare „Eingänge“ (Input Ports) für die Datenherkunft und verpflichtende „Ausgänge“ (Output Ports) über APIs oder Events. So verhinderst du, dass Metadaten-Graphen fragmentieren, und verbindest die Datenwelt nahtlos mit der Softwareentwicklung.
Damit ein Standard wie ORD sein volles Potenzial entfaltet, muss die Umsetzung für Entwicklerteams so einfach wie möglich sein. SAP setzt daher auf eine direkte Integration von ORD-Support in bestehende Frameworks wie die ABAP-Plattform oder das CAP-Modell und bietet einen Generic Provider Server, mit dem sich statische Metadaten ohne hohen Implementierungsaufwand bereitstellen lassen.
Um gleichzeitig eine konsistente Datenqualität zu garantieren, wird einen „Shift-Left“-Ansatz verflogt: Validierungen finden bereits früh im Entwicklungsprozess (CI/CD) statt. Durch ein abgestuftes System von „Policy Levels“ und zentrale Quality Gates wird sichergestellt, dass Metadaten nicht nur vorhanden, sondern für Mensch und Maschine gleichermaßen verlässlich sind. Dieser datengetriebene Kreislauf ermöglicht es, die Dokumentationsqualität kontinuierlich zu steigern.
ORD bricht isolierte Metadaten-Silos auf und verwandelt eine unübersichtliche IT-Landschaft in eine präzise, vernetzte Landkarte deiner Ressourcen. Es ist die Basis für eine skalierbare Architektur und dient als essenzielle Informationsquelle für KI-Systeme und autonome Agenten, die auf diese strukturierten Daten angewiesen sind, um komplexe Aufgaben effizient auszuführen. Wenn du tiefer in die Details eintauchen möchtest, wirf einen Blick in die Dokumentation.