Die TechEd ist überschaubar, 2 Hallen, 2 Ebenen, da verläuft man sich nicht so schnell. Im SAP Dschungel hingegen, da kann man sich schnell verlaufen. Die Fülle der Vorträge, die Masse der Themen und das ständige Gefühl, dass da noch ein Thema ist, zu dem man gerne mehr zu wissen wollte… Wie gut, wenn man da ein Hinweisschild findet, das einem sagt, wo man sich befindet.

Big Data und IoT sind auch dieses Jahr wieder zwei heiße Themen. Während die Integration großer statischer Datenmengen mit IQ und Hadoop bereits einen gewissen Reifegrad besitzt (in dieser schnelllebigen Umgebung ist man bereits nach zwei Jahren erwachsen), liegt jetzt ein großer Fokus auf dem Thema Vora. Wie analysieren/konsumieren wird diese Daten?

 

Mit HANA 2 schafft die SAP die technische Voraussetzung für die Abbildung, komplexer, verteilter IoT Szenarien. Die Möglichkeit auf HANA entwickelte Apps auch in anderen Laufzeiten auszuführen ist dabei ein wesentlicher Schritt einer Öffnung in Richtung einer offenen Plattform. Vielleicht noch wichtiger ist jedoch die grundsätzliche Änderung der HANA 2 Architektur in Bezug auf sogenannte Microservices. Während bis vor nicht allzu langer Zeit Programmierung einem eher monolithischen Ansatz folgte und Programme ganz oder gar nicht funktionierten, gewinnen Microservices zusehends an Popularität. Das Prinzip ist einfach: Eine Aufgabe wird in ihre (sinnvollen) Einzelteile zerlegt und jeder Teilbereich wird isoliert von den anderen entwickelt, gewartet… Die einzelnen Programmteile (Services) tauschen Funktionen/Daten über Schnittstellen mit anderen Services aus, das Protokoll ist gerne RESTfull. Nun mag der ein oder andere einwenden, Schnittstellen nutzen wir schon lange, ein wesentlicher Vorteil einer Microservice Architektur ist jedoch, dass jeder Service separat ausgeführt wird. Eine solche Architektur bietet wesentliche Vorteile: besteht ein Engpass bei einem bestimmten Service, können genau von diesem Service zusätzliche Instanzen erzeugt werden, um die Last aufzunehmen. Kann ein Service aus irgendeinem Grund nicht mehr weiterlaufen, so muss nur der Service neu gestartet werden, nicht der ganze Monolith. Und vielleicht einer der wichtigsten Vorteile: Wird die Schnittstelle stabil gehalten, kann der Service vollkommen unabhängig gewartet, erweitert, gepatched werden. Für immer rascher werdende Entwicklungszyklen also eine ideale Voraussetzung um weg zu kommen von langweiligen und langwierigen Releasezyklen.

 

Adieu TechEd. Jedes der am Himmel vorbeiziehenden Flugzeuge hat bis zu seiner Landung mehre Terrabyte an Daten erzeugt, die darauf warten analysiert zu werden. Wie man mit SAP Mitteln kontinuierlich den Zustand einer Kaffeemaschine überwacht, wurde hier mehrfach gezeigt. Ein paar Klicks und schon ist die Kaffemaschine eines der vielen „Things“ im Internet of Things.

 

Markus
Alterauge SAP BI Experte

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