Durch unsere Interviewreihe mit Personalverantwortlichen bekommt Ihr Einblicke in unsere Unternehmenskultur und Recruitingprozesse. Im zweiten Teil des Interviews mit Andreas Kühlewind, erfährst Du, welche Eigenschaft du als Berater oder Beraterin unbedingt mitbringen solltest.

 

Ich habe Pierre gefragt, wo Teamfact im Jahr 2016 steht. Ich würde gerne von dir wissen, wo Teamfact im Jahr 2021 stehen wird.

Da muss ich wirklich passen, das kann ich dir nicht sagen. Diese Branche ist zu schnelllebig, um 5 Jahre voraus schauen zu können. Eigentlich die gesamte Zeit, in der es Teamfact gibt, hat sich am Markt schon wieder wahnsinnig viel verändert. Wir sind heute schon ganz woanders, als da, wo wir begonnen haben. Das konnte ich 2012 aber auch noch nicht sagen. Die Beratung in unserem Umfeld ist sehr speziell. Ich könnte höchstens sagen, was ich mir wünsche. Letztendlich ist es von den Leuten abhängig, die bei uns arbeiten und das kann ich nur bedingt beeinflussen. Die Menschen müssen uns finden, sie müssen sich bei uns bewerben und dann den Vertrag unterschreiben und dann müssen sie sich auch noch wohlfühlen, um sich entfalten zu können; und das haben wir nur zum Teil in der Hand.

 

Wie bekommst du mit, dass sich der Markt sich wandelt und wie trefft ihr dann neue Entscheidungen?

Wir bekommen das mit, indem wir unser Geschäft mit offenen Augen und Ohren wahrnehmen. Das sind Signale, die man um sich herum wahrnimmt. Dann muss man abschätzen wie groß die Auswirkung wohl sein werden. Wir besprechen solche Themen in den regelmäßig stattfindenden Geschäftsführertreffen. Meistens ist es so, dass wir sagen: Das müssen wir im Auge behalten. Wir schauen, dass wir mit den Gegenbenheiten umgehen und Dinge bewusst wahrnehmen und dann mit gewisser Vorbereitung reagieren. So richten wir uns beispielsweise technologisch am Markt aus. Wir wollen zu den führenden Unternehmen gehören. Das setzt voraus, dass man viel des verdienten Geldes wieder in neue Themen und Technologien investiert, um so vorn dabei zu bleiben und als Know-How-Träger wahrgenommen zu werden. Anderweitig kann man darauf keinen Einfluss nehmen. Wir versuchen auf jeden Fall zu vermeiden, nur auf das zu reagieren, womit der Markt uns konfrontiert. Wir wollen schon vorher die Situation anders gestaltet haben. Das ist zwar leicht gesagt aber letztlich sehr schwer. Ich denke am wichtigsten werden auch die nächsten 5 Jahre sein. Nicht durch übermäßiges Wachstum nur zu einer Mitläuferberatung zu werden, sondern einfach bei dieser Expertenberatung zu bleiben, die wir auch heute schon sind.

In welcher Situation habt ihr das schonmal richtig gut gelöst?

Ich würde sagen, das haben wir schon mehrfach gemacht. Da wären als Beispiele HANA und Design Studio zu nennen. Das Thema HANA haben wir bereits vor drei Jahren dazugewonnen, da waren es Marko und ich, die sich sehr aufwandsintensiv eingearbeitet haben. In meinem Fall war es so, dass ich eine Schulung gehalten habe und mir damit Wissen aufgebaut habe. Marko hatte das Glück beim Kunden zu sein. So haben wir unsere Kompetenzen aufgebaut. Mit Design Studio ist es ganz ähnlich gewesen. Wir hatten bereits durch frühere Dashboard-Projekte die Chance durch Kompetenz zu überzeugen und konnten so beim Kunden direkt erste Design Studio-Projekte umsetzen. Inzwischen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch sehr große Unterstützung bei der Entwicklung neuer Themen.

Man hört relativ häufig, dass viele Berater ihre Tätigkeit nur ein paar Jahre machen möchten. Was hält dich noch daran als Berater zu arbeiten?

Am liebsten würde ich die Gegenfrage stellen: Was wäre die Alternative? Vor 15 Jahren hätte ich noch gesagt, das Wichtigste ist, mich entwickeln zu können und nicht viele Jahre am gleichen Thema arbeiten zu müssen. Ich bin einfach ein Mensch, der Sachen aufbauen möchte und Sachen mit eigener Energie entwickeln möchte und das kann ich meiner Meinung nach mit einer eigenen Firma am besten. Im Moment funktioniert das auch mit Teamfact sehr gut. Allerdings gibt es Teamfact auch erst 4 Jahre, da weiß ich nicht wie es in 5 Jahren aussieht. Aber für mich persönlich ist das schon eine Situation, die sehr wertvoll ist. Ich denke, eine rasante Entwicklung kann man nur über Projekte machen. Wenn man Projekte betreuen möchte, muss man als Beratung aufgestellt sein. Jedes Unternehmen, das einen kontinuierlichen Prozess hat, muss natürlich auch ein kontinuierlich gleichbleibendes Geschäft bzw. eine Produktion haben. Das wäre aber nichts für mich. Wenn du aber individuelle Tätigkeiten haben willst, reden wir immer von Projekten und dann ist es eigentlich immer eine Beratungstätigkeit. Man muss den Blick nach rechts und links behalten.

Am Anfang ist es schwierig sich in dem SAP Kosmos zurechtzufinden.  Was glaubst du, wie lange hat das bei dir gedauert bist du sagen konntest: Ich blicke hier durch!

Ich würde behaupten, das ist noch gar nicht zu Ende. Die Entwicklung ist viel schneller als ich das leisten kann. Aber ich würde sagen, so nach 4 Jahren habe ich schon viel gemacht. Nach 4 Jahren ist man so gut unterwegs, dass man auf jede Frage eine Antwort hat. Man hat dann schon so viele Dinge gesehen, dass man schon urteilsfähig ist. Die häufigste Fehleinschätzung auch in unserer Branche ist, wenn die Leute denken, sie haben schon genug Erfahrung ein Projekt zu leiten, das ist jedoch ein Trugschluss.

Vermittelt ihr den Leuten das?

Wir sagen das oft, aber die Meisten glauben uns nicht oder wollen uns nicht glauben.

Aber ist es nicht positiv, wenn sie trotzdem voller Energie kommen?

Es geht nicht um die Energie, sondern darum, dass wir vermeiden wollen, dass die Leute Anforderungen stellen, wo es keinen Sinn macht diese zu erfüllen. Es macht keinen Sinn, bei den Kunden, die wir haben, jemandem mit einem Jahr Erfahrung die Projektleitung zu geben, wenn das nur schiefgehen kann. Genauso wenig macht es Sinn, diese Erwartungshaltung aufrecht zu erhalten, nur damit irgendjemand leistungsbereit ist, obwohl ich genau weiß, dass das nicht funktionieren wird. Es gibt in Deutschland nicht genug Großkonzerne, die man betreuen kann, und mit den wenigen darf man es sich nicht versauen. Das ist der Grund, warum wir immer wieder gerne gerufen werden. Den Qualitätsanspruch, den man an uns hat, müssen wir natürlich erhalten. Das schaffe ich nicht, wenn ich Leute ins kalte Wasser schmeiße, indem ich sage, du leitest jetzt das Projekt. Das funktioniert nicht nach einem Jahr.

Was denkst du ist die Grundeigenschaft eines Beraters?

Dauerhafter Wissenshunger. Andauernder nicht aufhörender Wissenshunger.

Möchtest du selber noch was sagen?

So als fassendes Schlusswort, das sage ich auch immer bei Veranstaltungen, wir können wirklich auf uns alle stolz sein wo wir nach vier Jahren stehen.

Und an die Bewerber gerichtet?

Schaut euch Teamfact an! Ich kann nur dazu motivieren, sich von Sachen, die fremd erscheinen, nicht abschrecken zu lassen. Gerade die Dinge, die nirgendwo stehen, sind sehr wertvoll. Vielleicht auch Sachen die jetzt noch nicht wertvoll erscheinen, aber es spätestens nach einer Veränderung im persönlichen Leben sein werden. Es macht auf jeden Fall Sinn hier zu starten. Wir erwarten ja nicht, dass jeder bis zu seinem Lebensende bei uns bleibt, das geht in der Beratung nicht, aber es lohnt sich auf jeden Fall seine Karriere bei uns zu starten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Schickt Eure Bewerbung per Mail an info@teamfact.com. Eure Ansprechpartnerin ist Monika Kastberg.

 

 

Sandra
Hofmann Head of Communications

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